Kanha Nationalpark

fotofeeling Freitag, 16. März 2012, 15:59 Uhr

Nach ca. 5 stündiger Fahrt mit einem Kamikaze-Fahrer kamen wir in Kanha an. Die Lodge – Flame of the Forest liegt etwas außerhalb an einem Fluss. Wir wurden liebevoll von Karan, dem Besitzer und Manager empfangen und in unser Häuschen geführt. Was für eine Überraschung. Karans Frau Isa (Schweizerin) hatte die Bungalows aufs liebevollste gestaltet und eingerichtet.
Die Beiden waren so lieb und angenehm, so dass wir uns dort sofort wie Zuhause fühlten.
Die 5 Tage verflogen regelrecht. Die Gamedrives waren sehr anstrengend, denn es hieß 4.45 Uhr aufstehen und nach einen  kleinen Snack sofort losfahren. Der Park öffnet um 6:15 Uhr und wer zuerst kommt, hat meist die besten Möglichkeiten und ist am Anfang der Autokolonne. Im Park verteilen sich die Autos aber oft sehr schnell, da der Park in verschiedene Zonen aufgeteilt ist und jeder Fahrer nur in die gebuchte Zone befahren darf. Wir waren dann auch öfter für einige Zeit alleine unterwegs.
Bis zum Frühstück hatte man die beste Chance auf eine Tigersichtung, danach wurde es sehr warm und die Tiger machen wieder Pause. ;-) Auch hier war es morgens sehr kalt und wir sind dreilagig mit Decken unterwegs gewesen.
Der Saalwald war klasse, die Vögel zwitscherten und die Ruhe war einfach genial, zwischendrin riefen immer wieder die Pfauen und ihr lautes Miauen schallte durch die Bäume. Die Hirsche fraßen friedlich vor sich hin, aber ab und an erklang auch ein lauter Warnruf –der Alarmcall, wie ihn die Fahrer nannten. Dann waren die Sinne bis aufs äußerste gespannt unser Fahrer und Guide sprangen aus ihren Sitzen und lauschten gebannt, woher der Ruf kam. War die Richtung ausgemacht preschte unser Jeep durch den Wald bis zu der vermuteten Stelle. Dort warteten wir und lauschten immer wieder in den Wald. Tja, was Euch sicher am meisten interessiert, ist ob wir Tiger gesehen haben. Ja, wir haben. Doch leider war uns das Glück nur einmal hold und das gleich am ersten Tag. Da kam eine Tigerin aus dem Gebüsch gesprungen und lief ein paar Meter die Straße entlang, drehte sich kurz um, bis sie wieder im Wald verschwand. Auch hier waren genug Autos unterwegs und dichter Staub lag auf uns. Wenn wir zur Lodge zurück kamen, waren wir absolut verstaubt, ganz zu schweigen von der Ausrüstung. Es war wirklich anstrengend, aber auch unheimlich spannend.
Das Essen in der Lodge war der Hammer, so freuten wir uns auf jede einzelne Mahlzeit und futterten dementsprechend viel. Also nichts mit Diät, ganz im Gegenteil – leider.

An unserem letzten Tag im Kanha NP machten wir noch am Morgen unseren Gamedrive, leider wieder erfolglos, aber dafür hatten Kerstin und Uwe Glück und hatten noch einmal eine tolle Tigerbegegnung. Wir sind kurz vorher den gleichen Weg gefahren, aber leider ließ sich da der Tiger nicht blicken. Unser Fahrer war absolut geknickt, so dass wir unser Enttäuschung runter schluckten und ihn aufmunterten. Wir versprachen wieder zu kommen und den Tigern noch eine Chance zu geben. ;-)
Nach einem letzten leckeren Mittagessen verließen wir fast schon mit Tränen in den Augen die Lodge, in der wir uns so gut aufgehoben gefühlt haben, viel über Indien und die Menschen hier gelernt haben sowie liebe und nette Gastgeber in Isa und Karan gefunden haben.
Es hatte wirklich einen Hauch von Afrika! Vor allem der Sternenhimmel war dem Afrikanischen ebenbürtig. Besonders schön waren die zahlreichen Glühwürmchen, die abends wie kleine Taschenlampen leuchteten.

Diesmal sind wir uns noch nicht so sicher, wie der Titel unseres Reiseberichtes lauten soll, denn anfangs wollte ich ihn „Barfuß durch Indien“ nennen, das hätte sehr gut zum ersten Teil unserer Reise gepasst, da wir ja ständig in den Tempeln die Schuhe  und meist auch Socken ausziehen mussten. Chris kam aber neulich mit dem Vorschlag ihn „ Incredible India – Unglaubliches Indien“ zu nennen und je länger ich über den Titel nachdenke, desto besser passt er. Indien war einfach unglaublich für uns, die Menschen, die Kultur, die Farben, die Tierwelt und die Natur. Dabei haben wir nur einen kleinen Teil dieses Landes besucht und kommen heim mit vielen Ideen für einen neue Reise in das Land von 1000 und 1 Nacht.

Morgen geht es heim und wir freuen uns schon wie wild auf Euch und noch ein wenig mehr auf unsere Miezen – ich hoffe, Ihr versteht das.  ;-) Wir melden uns sobald es geht. Internet haben wir nur kurz, da es wieder einmal nur gegen Bezahlung funktioniert.

Liebe Grüße und alles Liebe aus Indien, wo wir in  einem hübschen Hotel außerhalb von Delhi wohnen und den Nachmittag am Pool verbracht haben. Lieben Dank auch noch einmal an Euch alle für die lieben Kommentare und für Eure Begleitung während unserer Reise.

Liebe Grüße, Chris und Andrea

Bandhavgarh-Nationalpark

fotofeeling Freitag, 9. März 2012, 7:06 Uhr

Nach einer ca. 5-stündigen Autofahrt durch ländliche Landschaft, wo Felder und nicht Dörfer das Bild bestimmten, Frauen auf dem Kopf das Holz transportierten und Männer in schattenspendenden Hütten auf den Feldern Wache hielten, die mit Dornengestrüpp und Ästen gesichert waren- näherten wir uns dem Bandhavgarh Nationalpark. Die letzten 10 km waren übelste Schlaglochpiste, auf der wir nur sehr langsam voran kamen.  Lemuren saßen am Weg und spielten auf der Straße die langen Schwänze über dem Rücken aufgerollt. Die Wegweiser zu unserer Lodge – The Treehouse Hideaway – waren ganz schön in die Jahre gekommen, wir waren schon gespannt, was uns erwarten würde.
Wow, war das ein toller Ort, wie im afrikanischen Busch. Alleine die Rezeption hätte auch in Afrika stehen können. Dicke geschwärzte Holzpfähle, alles offen unten der Essbereich und oben eine nette luftige Bar mit fetzigen Holztischen und Wohlfühlsesseln, wir waren beeindruckt.
Unser Haus war ebenfalls so, wie wir es uns gewünscht hatten. Eine Holztreppe führte uns mitten hinein in die Bäume und ca. 6 m über dem Boden stand unsere Hütte. Mit viel Glas und noch mehr Holz war sie großzügig, rustikal und bequem, so dass wir uns gleich Zuhause fühlten. Ein paar Raben begrüßten uns, die frech auf dem Geländer saßen und vor sich hin glucksten. Ein großer Balkon mit Liegen, Tisch und Stühlen ging nach hinten hinaus. Bambus umgab unser Häuschen, so war die Sicht zwar nicht allzu weit, aber der Abgeschiedenheits-Faktor war dafür umso größer.
Am Nachmittag ging es dann gleich auf unsere erste Safari. Ein Fahrer und ein Naturführer begleiten uns. Doch zuerst holperten wir wieder ein Stück über die Schlaglochpiste, dann waren wir am Tor. Zig Jeeps standen schon an. Na das konnte ja was werden. Weit kamen wir nicht, denn am Morgen gab es an einem Wasserloch die Sichtung eines Tigermännchens. Hier warteten wir. Es ist schon erstaunlich, wie gut die Naturführer die Lebensgewohnheiten der Tiger kennen, denn kaum sagte unser Führer, dass der Tiger gleich zum Trinken geht, schon wackelten die Zweige im Gestrüpp. Doch erst kam einmal ein Radfahrer, ein Forstarbeiter, der seelenruhig durch die Autos fuhren. Gebannt schauten wir weiter auf die Stelle. Look, look – take pictures, take pictures – rief unser Führer begeistert. Ihm zu liebe machten wir ein paar Schüsse, aber der Tiger war noch viel zu weit entfernt, außerdem verdeckten Bäume seinen Körper. Dann kam er näher und anfangs genau auf uns zu. Wow, was für ein mächtiger Kater. 4 – 5 Jahre war er alt und erst aus dem einen Teil des Parks hierher gewechselt.  Wenn nicht die ca. 40 anderen Autos gewesen wären, hätte man vielleicht mal die Positionen wechseln können und somit wirklich ein Bild von vorne ergattern können, aber so standen wir eingekeilt da und konnten nur abwarten und staunen. Die riesige Katze ging zum Trinken, aber das Wasserloch war so tief, dass uns die Sicht versperrt war. Nun begann der Rann um die besten Plätze, dabei hörte man auch immer wieder Metall aneinander kratzen. Die Jeeps verteilten sich halbrund um das Wasserloch herum. Wir standen ganz links, unser Führer meinte, dass dort der Tiger herauskommen würde – und er hatte recht. Plötzlich erschien der erste orange Fellflecken im graugelben Gras. Er kam direkt auf uns zu. Doch leider war es so laut auf den Jeeps, dass er sich bald schon nach links ins Unterholz wandte. Wir fuhren weiter, denn unser Führer vermutete, dass der Tiger bald schon aus dem Wald auf eine große Freifläche herauskommen würde, aber leider täuschte er sich diesmal. Der Bursche hatte sich fotogen auf einen Erdwall gelegt und beobachtete die Autos. Später kam er dann doch noch aus dem Wald, aber leider hielt er sich direkt an der Steinmauer, die die Parkgrenze bildete. Als er dann lossprintete, dachten wir schon der jagt, aber diese große Katze lief panisch vor Menschen davon, die hinter einer niedrigen Ziegelmauer entlang gingen.
Es war ein tolles Erlebnis, aber die Autos waren einfach zu viel, es wurde keinerlei Rücksicht aufeinander genommen und immer wieder hörte man bei Rangierversuchen das Blech knirschen. Ganz ehrlich, ich glaube Tansania und Kenia sind Peanuts dagegen. Doch das schmälerte nicht unsere Freude über diese etwas längere Tigersichtung.
Zurück im Treehaus war mir etwas komisch und beim Abendessen ging dann gar nichts mehr. Ich musste aufs Zimmer – nun hatte es auch mich erwischt und ich verbrachte einige Zeit im Bad.
Am nächsten Morgen wollte ich auf alle Fälle mit auf Gamedrive gehen, aber es ging überhaupt nicht. Müdigkeit und Übelkeit sind keine guten Wegbegleiter, dazu ein schlechter Kreislauf und ich musste mich geschlagen geben. Zähneknirschend fiel ich wieder ins Bett und schlief bis fast 9 Uhr. Um ca. 11 Uhr kam Chris wieder. Sie hatten leider an diesem Morgen kein Glück gehabt und keinen Tiger gesehen. Dafür ein 5 Tage altes Lemurenbaby, das dicht angekuschelt an seine Mutter mit großen Augen die Welt bestaunte sowie ein paar Hirsche und ein paar Vögel. Schade, ich hatte den Dreien die Daumen gedrückt, aber leider wohl etwas kraftlos.
Den ganzen Tag verschlief ich irgendwie, aber nach einer weiteren Nacht ging es mir wieder gut. Leider war an diesem Tag ja das Holi-Fest und es fand keine Safari statt. So erholten wir uns, lasen in unseren Büchern und schrieben etwas Blog. :-)

Nachtrag:

Nach dem Holi-Fest, wo ich (Chris) auch etwas Farbe im Gesicht abgekommen habe, ging es dann am Freitag wieder los auf Gamedrive. Andrea war soweit wieder fit, die Ruhepause hat Ihr gut getan.  Pünktlich um  5:00 war Wecken, mit einer kleinen Wegzehrung (Kekse und Kaffee) ging es gleich los in den Park, der um 6:30 öffnet. Am Morgen war es eisig kalt auf den offenen Jeeps. Wir hatten beide drei Lagen an und auch noch eine Decke und Wärmflasche. Ab ca. 9 Uhr konnten wir die erste Lage an Klamotten entfernen, bis es dann später schon wieder unerträglich heiß wurde. Gut, dass wir viel im Wald fuhren, denn dort herrschte ein angenehmes Klima durch die Bäume.
Leider war der Vormittags-Gamedrive, bis auf zwei Tiger im Gebüsch, von denen sich einer mal ganz kurz zeigte und gleich wieder verschwand nicht sehr ergiebig. Es handelte sich wieder um ein sehr beschäftigtes Paar. Der Nachmittag war leider auch nicht besser.
Kurzentschlossen machten wir am Samstagvormittag noch einen Gamedrive, da die Fahrt zum Kanha Nationalpark nur ca. 6 Stunden dauert und wir am Nachmittag im Kanha NP nichts geplant hatten.
Ein kleines Highlight bekamen wir dann doch noch, kurz vor dem Gate, wo wir nochmal nach einem Tiger Ausschau gehalten hatten, wanderte eine Dschungelkatze den Weg entlang und rekelte sich kurz im warmen Sand. Leider etwas weiter weg, so gab es auch kein Foto davon.
Auf dem Rückweg zur Lodge kreuzte dann nochmal eine Dschungelkatze unseren Weg.
Nach einem kurzen Frühstück ging es dann gegen 12:45 zum Kanha Nationalpark.

Khajuraho – eine der bedeutendsten kulturhistorischen Stätten Indiens

fotofeeling Montag, 5. März 2012, 16:19 Uhr

Nach einem kurzen Flug über dem Dunst von Varansi sind wir in der grünen klaren Oase Khajuraho gelandet. Hier hatte es locker 30°C und wir waren sofort nass geschwitzt. Unser Reiseführer stand zum Glück schon bereit und brachte uns ins Hotel. Dort gönnten wir uns eine  kleine Pause bevor es um 15 Uhr bei brütender Hitze zu den West-Tempeln ging. Dorthin brachte uns unser Fahrer. Nach einem kurzen Sicherheitscheck durften wir die gepflegte Grünanlage betreten.

Jetzt befanden wir uns auf einem Lehrpfad der klassisch indischen Architekturgeschichte. Alle Tempel wurden auf hohen Plattformen erbaut, um sie gegenüber der profanen Welt hervorzuheben. Jeder Tempel ist in Ost-West-Richtung ausgerichtet – der Eingang zeigt immer nach Osten in den Sonnenaufgang.
Die Tempel sind hauptsächlich wegen ihrer Skulpturen so bekannt. Göttliche Tänzerinnen, Götter, Paare, Musiker, Elefanten und viele andere Details kann man bewundern. Hier sind die Figuren nicht nur dekorativ sondern ein wichtiger Bestandteil der einzelnen Tempel.  Die meisten Reisenden kommen jedoch wegen der erotischen Szenen, die mit unvergleichlicher Detailgenauigkeit und Fantasie dargestellt sind.
Der Hinduismus ist eigentlich eine sehr offene Religion, jedenfalls war er es solange, bis der Islamismus Einzug hielt.

An diesem Abend fotografierten wir nur, aber am nächsten Morgen hatten wir einen Führer, der uns alles haarklein erklärte. Viele der Darstellungen entdeckten wir selbst, aber einige hätten wir nie und nimmer entdeckt. So waren auch Szenen von Sodomie und Homosexualität abgebildet, aber am meisten ging es um die Schönheit der Frauen und deren verführerische Körper. Breites Becken, tiefer Nabel, schlanke Körper – die Skulpturen waren wirklich einmalig.

Leider schwächelte Chris etwas, aber so saßen wir auch mal und beschauten uns alles in Ruhe. Am Abend hat es den Armen dann völlig erwischt. Durchfall und Erbrechen, hatten ihn nun nach zwei Wochen heimgesucht. Komischerweise hatte ich immer alles mit ihm geteilt und mir geht es gut. Mit Imodium akut, Magentropfen und Kohle habe ich ihn aber wieder soweit hergestellt, dass er am Morgen mit mir auf Tour gehen konnte. Er fotografierte zwar nicht viel, aber er wollte einfach nicht auf dem Zimmer bleiben. Uwe hatte es nachts erwischt und er konnte leider nicht mitkommen.
Die Tempelanlage erschien auf den ersten Blick ziemlich klein, aber wenn man die ganzen Details wahrnehmen möchte, braucht man schon Stunden oder Tage.
Am frühen Morgen besuchten wir noch einmal die West-Tempelanlage und schauten danach noch die kleinere Ost-  und die Mini-Südtempelgruppe an. Es war ein schöner interessanter Abstecher.  Die Südgruppe liegt an einem Fluss, wo viele Einheimische badeten und andere ihre Autos wuschen. Bei der Hitze sicher eine angenehme Beschäftigung.
Den Nachmittag verbrachten wir am Pool im Schatten eines riesigen Feigenbaums. Chris ging es langsam wieder etwas besser, nur Hunger hatte er noch keinen.

Da wir Frauen irgendwann einmal Hunger bekamen, beschlossen wir am Abend in die Stadt zu fahren und bei einem im Reiseführer gelobten Italiener essen zu gehen. Etwas anderes hätte Chris nicht essen wollen und uns Mädels kam eine Steinofenpizza gerade recht. Dünner knuspriger Teig mit leckerem Belag – was will Frau mehr.:-)
Uwe konnte noch nichts essen, aber er kam mit uns mit und hielt sich tapfer. Mit einem Tuk Tuk ging es knatternd ins Hotel zurück, was für ein Spaß.
Morgen fahren wir in den Bandhavgarth-Nationalpark und sind schon gespannt, was uns dort erwartet. Dummerweise haben wir heute erfahren, dass die Regierung das Holi-Fest (farbenfrohes Frühlingsfest) zum Feiertag erklärt hat und wir an diesem Tag keinen Gamedrive haben. Das ist schon etwas ärgerlich, denn gerade auf diesen NP hatten wir uns schon besonders gefreut.

Liebe Grüße aus dem Lazarett Indien 2, Andrea (und Chris)

PS: Ein paar Bilder haben wir dem Jim Corbett Nationalpark zugefügt.

Varanasi – Heilige Stadt am Ganges

fotofeeling Sonntag, 4. März 2012, 17:31 Uhr

Varanasi bzw. Benares, wie die Stadt früher  hieß, kann auf eine rund 3000 jährige Geschichte zurückblicken. Sie ist somit eine der ältesten dauerhaft besiedelte Städte der Welt.
Die Stadt liegt direkt am Ganges und ist eine der heiligsten Stätte der Hindus. Seit ca. 2500 Jahren strömen die Pilger hierher, um sich von ihren Sünden im Ganges frei zu waschen. Wer in Varanasi stirbt oder ein Bad im Ganges nimmt, durchbricht den ewigen Zyklus der Geburt und Wiedergeburt und die Seele wird frei.

Der Verkehr in Varanasi ist bisher mit das Heftigste, was wir bisher gesehen haben. Hier findet man auch Verkehrspolizisten, die versuchen den Verkehr zu regeln. Zu den vielen Autos, Rikschas, Tuk Tuks laufen auch ganze Herden Wasserbüffel durch die Stadt. Die Stadt wirkt einfach nur übervoll.

Am Nachmittag besuchten wir zuerst das 1. Ghat, das Assi Ghat, welches aber sehr wichtig sein soll. Hier war nicht viel los und nach einem kurzen Fotostopp ging es dann schon zu Fuß durch den  lokalen Markt in der Altstadt. Hier musste man immer sehr auf den Weg achten, denn immer wieder lagen  viele Hinterlassenschaften von Tieren herum. Hunde und heilige Kühe findet man überall. In den engen Gassen des Marktes trafen wir immer wieder auf Polizisten, die hier kleine Tempel bewachten. Begeistern konnte uns der Markt nicht mehr, vermutlich waren wir auch schon übervoll von Eindrücken und immer noch übermüdet von der Nacht.
Unser Weg führte uns dann direkt zum Hauptghat, wo es jeden Abend eine heilige Gebetszeremonie am Ufer des Ganges gibt.

Direkt an den Ghats findet man sehr viele Bettler und heilige Männer, die aber nicht sehr aufdringlich waren.  Wir suchten uns gute Plätze zum Fotografieren aus und beobachteten das bunte Treiben der Menschen. Gegen 18:45 begann dann die Gebetszeremonie. Es war eine tolle Atmosphäre am Ganges. Die Musik und die sieben Priester führten eine beeindruckende synchrone Zeremonie durch. Toll waren natürlich die brennenden Leuchter und der viele Rauch, der die Priester einhüllte. Wir waren begeistert. Nach einer knappen Stunde war dann alles vorbei. Menschenmassen strömten vom Ganges weg in die Altstadt. Wir mussten gut 10 Minuten durch den Verkehr laufen.
Eine Kreuzung zu überqueren war fast nicht möglich, so folgte ich dann auch unseren Guide, der in eine Rikscha einstieg, um sie auf der anderen Seite zu verlassen. Für die Frauen hielt Uwe Rikschars an und loste sie über die Straße. Hier war fast kein Durchkommen mehr zu Fuß. Geschafft und verschwitzt kamen wir dann am Auto an und fuhren ins Hotel.

Am nächsten Morgen ging es dann um 5:45 zur Bootsfahrt auf den Ganges, um die Pilger beim Baden zu fotografieren. Wir sind zu viert in ein großes Ruderboot eingestiegen und schon waren wir auch dem Ganges unterwegs. Zuerst hielten wir uns an den Ghats auf, wo viele Pilger sich rituell wuschen und das Wasser des Ganges tranken. Danach ruderte unser Bootsführer zu den Verbrennungsghats.
Eine Verbrennung war nicht im Gange, aber der Ort vermittelte eine unheimliche Stimmung. Hunde liefen zwischen dem ganzen Holz, Müll, Asche und sicherlich auch menschlichen Überresten auf der Suche nach Fressbarem umher. An einem Boot sahen wir auch etwas Seltsames hängen, evtl. ein Tier oder auch ein menschlicher Kadaver. Nach der Bootsfahrt liefen wir noch kurz im Ghat herum und sahen uns diese Perspektive an. Es war ein buntes Treiben an Pilgern, Heiligen Männern, Bettlern und vielen Touristen.

Für eine Stunde ging es kurz ins Hotel zum Frühstücken, dann waren wir schon wieder unterwegs.
Wir besuchten eine Brokatweberei, wo auf altertümliche Weise, Sari´s hergestellt werden.
Für 6 Meter Stoff benötigt der Arbeiter an der Webmaschine ca. 2 Monate.
Anschließend ging es in den Verkaufsraum, wo unsere Mädels einige tolle Schals aus Pashmina und Seide erstanden.
Nach dem Einkaufsmarathon besuchten wir noch einen Hindu Tempel, den Mother India Tempel.
Im Tempel war eine große dreidimensionale Plastik auf dem Boden, die Indien und die Anreihnerstaaten darstellt. Für eine ausgediegene Mittagspause ging es zurück ins Hotel.
Da es im Hotel horrende Preise für das Internet gab (441 Rupien, ca. 6 Euro die Stunde) gingen wir auf gut Glück in die Einkaufspassage direkt vor dem Hotel. Hier findet man zahlreiche Geschäfte und auch einen Mc Donalds und Pizza Hut. Wir hatten Glück und fanden auch ein kostenloses WIFI, dazu tranken wir leckeren Cappuccino. Kaffeegenuss ist hier kleingeschrieben. So ist sogar Andrea auf Masala Tee umgestiegen – das ist schwarzer Tee mit Gewürzmischung verfeinert.

Gegen 16 Uhr holte uns ein neuer Fahrer ab, da unser alter Fahrer angeblich von der Polizei verhaftet wurde, so sagt es uns zumindest der Guide, der uns den neuen Fahrer vorstellte.
Da uns die Abendvorstellung am Ganges so gut gefallen hat, ging es gleich wieder dorthin. Nun kannten wir die Lokalität und nahmen unser Fotoplätze, fast in der ersten Reihe wieder ein.

Was soll ich sagen, die Zeremonie war wieder einfach toll und der junge Priester, der uns am nächsten war, sah auch noch sehr gut aus, sehr zur Freude unserer Frauen.  Heute, am Samstag, war es auch deutlich voller. Geschafft und zufrieden, gab dann zum Abschluss noch ein leckeres chinesisches Gericht im Hotel.

Mittlerweile sind wir in Khajuraho nach einem 40 minütigen Flug angekommen. Das Radisson Hotel ist sehr schön und es gibt auch wieder kostenloses WLAN :-)

Liebe Grüße

Andrea & Christian

Und diesmal gibt es gleich ein paar Bilder

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